Zur Vorbereitung der Berlinfahrt besuchte am 02.10.2026 Frank Bsirske, ehemaliger Gewerkschaftsvorsitzender von ver.di und Bundestagsabgeordneter für Bündnis 90/die Grünen, den 11. Jahrgang der Tellkampfschule als Zeitzeuge für ein Interview. Die Schülerschaft hatte die Möglichkeit, ihm Fragen zu stellen, zum Beispiel zu seinem Werdegang, zur Politik damals und heute und seinen Erfahrungen. Bsirske teilte zu Beginn mit, dass er ehrlich und offen auf jegliche Fragen antworte. Moderiert wurde das Interview von vier Schüler*innen aus der 11d, Karlotta, Theo, Valeria und Milena.
Anfangs stellte er sich uns vor, er komme aus einem Arbeiterfamilienhintergrund und habe sich schon mit jungen Jahren in der Politik eingesetzt. Nach Meinungsverschiedenheiten mit der damaligen SPD musste er diese verlassen und trat den Grünen bei. Seiner Aussage nach empfand er die Grünen linker als die SPD, wie auch heute. Die Grünen würden sich klarer auf das Soziale und Ökologische konzentrieren und er benannte den Klimawandel als Menschenbedrohung, der man sich entgegenstellen müsse. Ihm lägen nach eigener Aussage vor allem die Mitbürger*innen und die soziale Gerechtigkeit am Herzen, was er als Gewerkschaftsvorsitzender und im Bundestag vertrat. „Zusammen“ sei die Devise. Im Interview war zum Großteil das Thema die heutige Politik. Auf die Frage, wie er, da er sich in der Vergangenheit für Parteizulassungen positionierte, zum AFD Prüfverfahren und Verbot stehe, äußerte er sich klar für ein AFD-Verbot, da diese verfassungsfeindlich sei. Zudem wurden Fragen zur CDU und deren aktuellen Entscheidungen gestellt. Bsirske empfinde, dass sich die CDU mehr nach rechts verschiebe. Er äußerte sich zur Steuerpolitik und wie es für unsere Generation immer schwieriger werde, in Zukunft eine gute Rente zu erhalten. Er kritisierte auch Erbschaftssteuerprivilegien und zughörige Verschonungsregeln sowie, dass die reichsten Prozent mehr haben als die Hälfte der Bevölkerung des Landes. Bsirske erzählte ausführlich und anschaulich mit Anekdoten und aus eigenen Erfahrungen. Zum Schluss antwortete er, auf die Frage, ob wir uns in unserem Alter heutzutage in der Politik engagieren sollten, dass wir uns unbedingt „einmischen“ sollten. Politik habe große Auswirkungen auf die jüngeren Generationen und sich einzumischen sei wichtig. Das Interview mit Fragen aus dem Publikum fand in der 5./6. Stunde im Neubau im Treppenhaus statt und es waren viele interessante Fragen und Antworten sowie Erkenntnisse dabei. Wir dankten ihm zum Abschuss des Interviews für seine Offenheit und konnten viel mitnehmen.
Milena Mounajed, Klasse 11d

